Einsatz 19/17

Einsatz 19/17 28.04.2017 - 03.15 Uhr
Der Josthof in Salzhausen ist Geschichte! Ein verheerendes Großfeuer zerstörte in der vergangenen Nacht das renommierte Hotel in der Mitte Salzhausens, in dem in den 70er und 80er Jahren sogar die Tochter der englischen Königin Prinzessin Anne während der Vielseitigkeitsturniere in Luhmühlen logierte.

Kurz nach drei Uhr morgens entdeckte eine Zeitungsausträgerin das Feuer am reetgedeckten Haupthaus des aus vier teils historischen Gebäuden bestehenden Josthofes und alarmierte umgehend die Feuerwehr. Durch die Rettungsleitstelle in Winsen wurde neben der Freiwilligen Feuerwehr Salzhausen auch die Drehleiter Winsen zum Einsatzort entsandt.

Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte das komplette Reetdach des etwa 25 x 10 Meter großen Hauptgebäudes bereits in voller Ausdehnung. Das Feuer war im Begriff, auf einen im hinteren Bereich befindlichen ebenfalls reetgedeckten Anbau überzugreifen. Eine etwa 15 Meter hohe Fichte auf der Rückseite des Gebäudes brannte ebenfalls bereits lichterloh.

Salzhausens Ortsbrandmeister Stephan Boenert veranlasste umgehend die Nachalarmierung weiterer Wehren. Aus den Orten Garstedt, Gödenstorf, Oelstorf, Eyendorf und Putensen eilten weitere Feuerwehrleute zum Brandort. Im weiteren Verlauf des Einsatzes wurden aufgrund des hohen Bedarfs an Atemschutzträgern außerdem die Feuerwehren aus Garlstorf, Lübberstedt, Tangendorf und Wulfsen sowie die Feuerwehr Hörsten aus Seevetal mit dem Wechselladerfahrzeug der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises Harburg und dem Abrollbehälter Atemschutz zu Einsatzstelle beordert.

Durch den massiven Einsatz mehrerer Strahlrohre und des Wasserwerfers des Salzhäuser Tanklöschfahrzeugs und später der Drehleiter Winsen konnte ein Übergreifen des Feuers auf die in jeweils weniger als fünf Meter Abstand zum Hauptgebäude stehenden ebenfalls reetgedeckten Nebengebäude im letzten Moment verhindert werden. Durch die starke Wärmestrahlung waren hier bereits mehrere Fensterscheiben geplatzt.

Mit einer Kettensäge wurde zwischenzeitlich die brennende Fichte gefällt, um eine Brandausbreitung durch Funkenflug auf weitere in der Nachbarschaft stehende teilweise ebenfalls reetgedeckte Gebäude zu verhindern. Einsatzleiter Boenert richtete drei Brandabschnitte unter Leitung seines Stellvertreters Lars Schulenburg, des Gemeindeausbildungsleiters Matthias Rehr und Garstedts Ortsbrandmeister Christian Vick ein. Durch den massiven Wassereinsatz in allen drei Abschnitten konnte die Brandintensität stark vermindert werden, sodass die akute Gefährdung für die Nachbargebäude abgewendet werden konnte. Der Dachstuhl des direkt an das Hauptgebäude angrenzenden Anbaus, in dem sich die Küche des Hotels befand, wurde jedoch ebenfalls ein Raub der Flammen.

In Absprache mit der Polizei wurde am frühen Vormittag begonnen, die Ruine mit einem Hydraulikbagger niederzureißen, um auch an letzte schwelende Brandnester im Inneren des Gebäudes heranzukommen.

Noch während des laufenden Einsatzes machte sich Salzhausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause ein Bild von den Löscharbeiten und koordinierte die Maßnahmen der Gemeindeverwaltung. Ebenfalls vor Ort waren Kreisbrandmeister Volker Bellmann, der stellvertretende Abschnittsleiter Heide Jonny Anders sowie Gemeindebrandmeister Jörn Petersen.

Kurz vor Mittag konnten die letzten auswärtigen Kräfte aus dem Einsatz heraus gelöst werden. Die Feuerwehr Salzhausen blieb für Nachlöscharbeiten noch vor Ort. Die Ermittlungen zur Brandursache hat die Polizei übernommen.


Mathias Wille Pressewart
Freiwillige Feuerwehr der Samtgemeinde Salzhausen


Ein Dank an alle die geholfen haben...
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein Einsatz, wie der Josthof-Brand letzte Woche ist ein Schicksalsschlag für uns alle. Ob nun Feste, private Feiern oder auch nur der Anblick: Jeder von uns hat eigene Erinnerungen hinsichtlich dieses historischen Gebäudes. Daher möchten wir an dieser Stelle positiv hervorheben, dass es gelang, zwei von vier Gebäuden des historischen Anwesens zu retten.
Dies war definitiv keine Leistung Einzelner! Deswegen möchten wir uns auf diesem Wege bei Vielen bedanken. Zu aller erst natürlich bei den ca. 200 Einsatzkräften, die auf freiwilliger, ehrenamtlicher Basis unentgeltlich 24/7 zur Verfügung stehen. Dann natürlich bei unseren „Blaulicht“-Kollegen von der Polizei und dem Rettungsdienst, die uns halfen wann immer sie konnten. Ein ganz besonderes Dankeschön geht auch an die Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich trotz der frühen Morgenstunden bereiterklärten sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte zu kümmern: Elisabeth Mestmacher, die früh die Organisation der zivilen Helfer übernahm und der EDAKA-Markt Düver, der uns schon bei vielen Einsätzen mit Getränken und Snacks versorgte.
Der nächste Dank geht an das Kieswerk Lüttchens, das uns einen Bagger mit Fahrer schickte, damit alle Brandnester offen legte, damit wir den Löschvorgang schnell beenden konnten. Und Last-but-not-Least „Danke“ an alle Arbeitgeber, die unvorhergesehen auf ihre Mitarbeiter verzichteten und somit ebenfalls zur Rettung zweier historischer Gebäude beitrugen.
Enden möchten wir gerne mit einem Apell. Nicht nur an die Salzhäuser Bevölkerung, sondern an alle Leser dieses Statements. Überlegen Sie sich bitte, ob Sie die freiwillige Arbeit der Feuerwehren als aktives oder passives Mitglied unterstützen möchten. Wir sind immer auf der Suche nach Kameradinnen und Kammeraden, Spenderinnen und Spendern, Bürgern mit einem LKW-Führerschein (diese werden zunehmend seltener), Kindern und Jugendlichen, die unseren Nachwuchs sichern oder einfach engagierten Bürgern, die sich an der Erhaltung der Gemeinschaft interessieren.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Ortsbrandmeister, die Telefon-Nummer oder die E-Mail-Adresse finden Sie in der Regel auf den Webseiten Ihrer Feuerwehr.

Das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Salzhausen




FF-Salzhausen
FF-Salzhausen

(C) 2011 - Alle Rechte vorbehalten

Diese Seite drucken